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Bayerisches Landesjugendorchester

Längst hat sich das Bayerische Landesjugendorchester aus dem Dunstkreis landläufiger Nachwuchsorganisationen herausgehoben und zum singulären Förderer musikalischer Spitzenbegabungen gemausert.

Ist es dennoch ein Wagnis, Vermessenheit oder gar ahnungslose Arroganz, Mahlers fünfte oder Schostakowitschs zehnte Sinfonie, Strawinskys „Sacre du Printemps“, Bartoks „Konzert für Orchester“ oder „Ein Heldenleben“ von Richard Strauss - allesamt Gipfelwerke der Orchesterliteratur - einem Jugendorchester auf die Pulte zu legen?

Das Bayerische Landesjugendorchester (BLJO) hat alle Zweifler eines Besseren belehrt und diese Werke in den letzten Jahren nicht nur achtbar, sondern mit geradezu sensationellem Erfolg in deutschen Konzertsälen präsentiert.

Worin liegt das Geheimnis dieses einmaligen Klangkörpers, den die Presse gerne und immer wieder mit professionellen Orchestern in einem Atemzug nennt?

In seiner nunmehr über 36-jährigen Geschichte hat das BLJO das Fürchten gelernt, ist durch alle Höhen und Tiefen der Orchesterliteratur gegangen und weiß, worauf es sich einlässt, wenn es sich an die Giganten des Repertoires heranwagt. Vielleicht liegt es an der jugendlichen Unbekümmertheit, immer hoch hinaus zu wollen, vielleicht liegt es auch am Reiz, Grenzen zu erforschen. Ganz sicher aber unterliegt keiner der jugendlichen Musiker dem Irrtum, Schweres auf die leichte Schulter zu nehmen.

Sie alle wissen was es bedeutet, ein Instrument bis zur Orchesterreife zu erlernen, sie alle haben sich der Disziplin und dem Leistungsanspruch unterworfen, höchsten Anforderungen zu genügen. Sie haben in jungen Jahren Erfahrungen gemacht und Ansprüche an sich und die Mitspieler gestellt, die sie fit machen für große und schwere Orchesterwerke, aber gleichermaßen auch für die rauen Winde im Berufsleben, ob in der Musik oder anderswo!

Nicht von ungefähr sitzen an führenden Positionen vieler deutscher und ausländischer Kulturorchester ehemalige Mitglieder des Bayerischen Landesjugendorchesters.

An Intensität des Lernens und der Leistungsanforderungen bleibt den jungen Musikern, die alle noch eine allgemeinbildende Schule besuchen, nichts erspart. Sie werden in den Arbeitsphasen hart gefordert, ohne einem Drill zu unterliegen. Der Stolz und die Freude über gelungene Konzerte wiegen dafür dann den Verlust der Erholungsferien mehr als auf.

Aber es ist noch etwas anderes, was die Seele dieses Klangkörpers in Schwingungen versetzt: Es ist der menschliche Umgang miteinander und untereinander, und es ist vor allem die fürsorgliche Betreuung durch die Dozenten und die Orchesterleitung. Sie sind einstmals selbst Mitglieder des Bayerischen Landesjugendorchesters gewesen, sie kennen sowohl die Ängste und Nöte wie auch die euphorischen Glücksgefühle der jugendlichen Musiker. Die „Alten“ wissen was es heißt, sich in den Ferien in Klausur zu begeben und sich einem musikalischen Leistungsanspruch abseits aller schulischen Anforderungen zu stellen. Sie lieben dieses Orchester und werden ihrerseits von den jungen Musikern geachtet und geliebt.

Eine solch eingeschworene Gemeinschaft im Dienste der Musik braucht adäquate Arbeitsbedingungen, Häuser und Räume, in denen man proben, schlafen, essen und auch feiern kann, in Kammermusikbesetzung sowie im großen Sinfonieorchester. Sie sollen zudem bezahlbar und verständnisvoll geführt sein. Das BLJO war in seiner 109. Arbeitsphase erstmals Gast in Eppan/Südtirol.

Glücklichere Voraussetzungen für künstlerisches Arbeiten sind kaum denkbar, und deshalb beherrscht nicht stolz geschwellte Virtuosenbrust das Klima des Orchesters, sondern Demut vor den großen Werken der abendländischen Musik. Dieser Geist ist in jedem der Konzerte des BLJO spürbar und wirkt auf Musiker wie Publikum gleichermaßen inspirierend und beglückend.

Junge Senkrechtstarter der internationalen Dirigentenszene bekommen durch Vermittlung des Bayerischen Rundfunks daher immer wieder den Kontakt zum BLJO. Pietari Inkinen, Robin Ticciati, Andrés Orozco-Estrada, Sebastian Tewinkel, Joseph Wolfe – das sind nur einige von ihnen, die das Konzertleben von morgen prägen werden. In seiner Winterphase 2010/11 konnte Han-Na Chang erstmalig für die künstlerische Leitung gewonnen werden.

Da das Jugendorchester unter ihrer Leitung unter anderem die 5. Symphonie von Schostakowitsch auf einem kaum fassbaren hohen Niveau präsentierte, nahm Han-Na Chang glücklicherweise das Angebot an, das BLJO als künstlerische Leiterin für die nächsten Jahre zu betreuen. So hat das BLJO nach der 25jährigen Chefdirigentenära W.A. Albert seit 2000 wieder eine künstlerische Leitung.

Das BLJO hat so manchem Nachwuchssolisten den Weg auf das große Konzertpodium geebnet. Zu ihnen gehören die Geigerinnen Arabella Steinbacher, Carolin Widmann und Veronika Eberle, der Pianist Herbert Schuch, der Solotrompeter der Berliner Philharmoniker Gabor Tarkövi,  der 1. Preisträger des ARD-Wettbewerbes Sebastian Manz oder die Cellisten Sebastian Klinger, Johannes Moser und Maximilian Hornung.

 

Engagement und Qualität sprechen sich herum, und so hat das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks mit seinem Chefdirigenten Mariss Jansons die Patenschaft für das BLJO übernommen. Gemeinsame Konzerte mit Jugendlichen und Profis werden von Mariss Jansons zur Chefsache erklärt. Eine beispiellose Chance für die Jugend und zugleich eine Fördermaßnahme, die nachhaltige Erfolge zeigt und der freundschaftlichen Beziehung zwischen den helfenden Profis und der nachwachsenden Generation alle Türen öffnet.

Talente brauchen Förderer, Leistung wird honoriert: Das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst finanziert den Landesausschuss Bayern „Jugend musiziert“ e.V. als Träger des BLJO, der Sparkassenverband Bayern setzt als Sponsor für herausragende Begabungen noch eins drauf. Eine Kombination, die harmonisch ineinander greift. Alles Wissenswerte über das Bayerische Landesjugendorchester gibt’s im Internet unter www.bljo.de. Zur Unterstützung der Arbeit des Bayerischen Landesjugendorchesters (BLJO) hat der Landesausschuss Bayern „Jugend musiziert" e.V. einen künstlerischen Beirat berufen. Ziel des Künstlerischen Beirats ist die Mitwirkung und Gestaltung bei der Verbesserung der Rahmenbedingungen für das Orchesters. Er soll den Landesausschuss in allen Fragen des Orchesters beraten und Empfehlungen zur Fortschreibung der Orchesterarbeit aussprechen.

Die Mitglieder des künstlerischen Beirats sind:

Rüdiger Schwarz

... ist Vorsitzender des Beirats kraft seines Amtes als 1. Vorsitzender des Landesausschusses Bayern „Jugend musiziert" e.V.

Professor Werner Andreas Albert

... ist ehemaliger Chefdirigent und Ehrendirigent des BLJO

Andreas Burger

... ist Geschäftsführer des Landesausschusses und in dieser Funktion gleichzeitig zuständig für die Organisation des BLJO

Claus Christianus

... ist Mitglied im Landesausschuss sowie 1. Vorsitzender des Regionalausschusses München.

Hans-Josef Crump

... war Musikschulleiter in Grassau sowie langjähriger Dozent im BLJO

Wolfram Graul

... ist Leiter der Abteilung Musikproduktion im Bayerischen Rundfunk

Ulrich Köbl

... ist ehemaliger Hornist der Münchner Philharmoniker, des Münchner Rundfunkorchesters, Hornpädagoge der Musikschule Kempten sowie Dozent im BLJO

Daniel Nodel

... ist 1. Geiger im Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks sowie Dozent im BLJO

Hanno Simons

... ist Cellist im Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks sowie Dozent im BLJO

Barbara Wittenberg

... ist 2. Geigerin der Bamberger Symphoniker sowie Dozentin im BLJO

Orchestervorstand des BLJO

Der Orchestervorstand entsendet jeweils zwei Mitglieder in den künstlerischen Beirat. Der Orchestervorstand hat zusammen eine Stimme.